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Alltagstipps gegen die Pollen

1. Lüften:

Die höchste Pollendichte herrscht auf dem Land in den frühen Morgenstunden zwischen 4.00 und 6.00. In ländlichen Gebieten sollten daher die Fenster in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die beste Zeit zum Lüften ist hier abends zwischen 19.00 und 24.00 Uhr. In städtischen Gebieten sinken gerade in den frühen Morgenstunden die Pollen ab. Hier tritt die geringste Pollenkonzentration in der Luft in den Morgenstunden zwischen 6.00 und 8.00 Uhr auf, die höchste Pollendichte in den Abendstunden zwischen 18 und 24 Uhr. Durch das Lüften vermeiden Sie ausserdem eine zu hohe Luftfeuchtigkeit (Lebensraum für Milben!) Die Zimmertemperatur sollte bei 18-20 °C liegen.

2. Urlaub/Freizeit:

Leider hilft in manchen Fällen nur die Flucht vor den Pollen. Mit Hilfe eines Pollenflugkalenders oder dem Pollenwarndienst lässt sich feststellen, wann bestimmte Pollen fliegen. An sonnigen, windreichen Tagen während der Blühphase sollten Sie dann Längere Aufenthalte im Freien (z.B. Sport, Picknicks), besonders auf Wiesen und Feldern meiden. Pollenallergiker sollten ihre Urlaubsplanung so abstimmen, dass sie in der Zeit, in der "ihre" allergieauslösenden Pollen fliegen, in Urlaub fahren. Pollenarme Luft findet sich auf Inseln, am Meer oder in den Hochgebirgslagen. Die Luft ist im Hochgebirge über 2000 Meter nahezu pollenfrei. An der Küste weht der Wind in der Regel vom Meer her. Da der Meerwind kaum durch Pollen belastet ist, können Pollenallergiker dort beschwerdefrei Ferien machen. Das Rauchen und der Aufenthalt in verrauchten Räumen ist zu vermeiden, ebenso wie Hallenbäder mit chloriertem Wasser, da hierdurch zusätzlich die Atemwege gereizt werden.

3. Wetterlagen:

Bei Regen steigt die Pollenkonzentration in der Luft in der ersten halben Stunde an, weil der Regen die in größeren Höhen schwebenden Pollen in tiefere Luftschichten drückt. Hat es mehrere Stunden anhaltend geregnet, bessern sich Ihre Heuschnupfenbeschwerden jedoch: Denn nach dem Regen herrscht eine geringe Pollenkonzentration in der Luft, weil sich der Pollen auf dem Erdboden angereichert hat. Tagelanger Regen und geringe Temperaturen verhindern sogar den Pollenflug. Nach einem mehrstündigen Regen sollten Sie also ins Freie gehen und die frische, pollengefilterte Luft genießen! Windstille und starker Wind haben einen positiven Einfluss auf Ihre Heuschnupfenbeschwerden: Bei Windstille fliegen die Pollen nicht. Starker Wind verteilt die Pollen in der Luft die Pollenkonzentration sinkt. Schwacher Wind hingegen verstärkt die Heuschnupfensymptome: Er wirbelt die Pollen auf, sodass die Pollenkonzentration in der Luft sehr ansteigt.

4. Pflanzen:

Im Laubwald spazieren zu gehen, ist besser als im Nadelwald, da die Blätter einen Teil der Pollen aus der Luft filtern. Blumenpollen lösen in der Regel keine Heuschnupfenbeschwerden aus. Die Pollen von bunten Blumen werden nicht eingeatmet, weil Blumen insektenbestäubte Pflanzen und die Pollen sehr groß und schwer sind. Rasen ist problematisch für Heuschnupfenpatienten. Damit das Gras nicht blühen kann und damit zur Produktion von Pollen kommt, sollte der Rasen immer kurz geschnitten sein. Allerdings sollte der Pollenallergiker das Gras nicht selbst mähen, da beim Schneiden ein Pflanzensaft austritt, der den Pollen verwandte Allergene enthält. Diese pollenverwandten Allergene können Heuschnupfen auslösen. Nur zur Blütezeit setzen die windbestäubten Pflanzen ihre Pollen frei, das heißt, außerhalb dieser Zeit leiden Sie nicht unter Heuschnupfen.

5. Autofahren:

Lange Auto- oder Zugfahrten bei offenen Fenster sollten Sie während der Heuschnupfenzeit unterlassen. Beim Autofahren Lüftung ausschalten und Fenster geschlossen halten. (Für viele Automodelle sind auch Pollenfilter für die Lüftungsanlagen erhältlich). Vorsicht: manche der älteren Antihistaminika machen müde, daher sollte das Autofahren unterlassen werden oder man sollte auf neuere Präparate (z.B. Loratadin, Aeriusâ) umsteigen.

6. Wohnung:

Täglich Staubsaugen, um Pollen auf Teppichen und Möbeln zu entfernen Überlassen Sie als Allergiker das Staubsaugen jedoch anderen oder benutzen Sie eine Staubschutzmaske! Ein Aufenthalt in geschlossenen Räumen, sowie das Schließen Ihrer Wohnungs- und Autofenster ist in Zeiten höchster Pollenkonzentration und stärkstem Pollenflug ein unbedingtes Muss. Besonders wichtig ist es, das Schlafzimmerfenster zu schließen. Es empfiehlt sich, Möbel und Bodenbeläge anzuschaffen, die sich feucht reinigen lassen (idealerweise Leder- und Holzmöbel)! Bringen Sie statt schwerer Stoffvorhänge besser Jalousien oder leichte Gardinen an, die Sie häufig und einfach reinigen bzw. waschen können. Entfernen Sie Wandteppiche und andere Staubfänger (z.B. Trockenblumensträuße) und Feuchtigkeitsquellen (z.B. Topfpflanzen = Lebensraum für Milben!) aus den Schlaf- und Kinderzimmern.

7. Körper:

Möglichst jeden Abend vor dem Zubettgehen sollten die Haare gewaschen werden, damit sich keine Pollen auf dem Kopfkissen ablagern. Die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen und aufbewahren, um keine Pollen ins Schlafzimmer einzuschleppen. Nachts empfiehlt es sich, bei geschlossenem Fenster zu schlafen. Das Tragen einer Sonnenbrille lindert die Augenbeschwerden. Zur Verhinderung der Austrocknung der Nasenschleimhaut und zum Abfangen eines teils der Pollen aus der Atemluft kann man während der Heuschnupfenzeit morgens Vaseline auf die Nasenschleimhaut auftragen.

8. Essen:

Seien Sie vorsichtig beim Verzehr von Obst und Gemüse, denn nahezu 50 % der Pollenallergiker neigen dazu, eine Kreuzallergie auf entsprechende botanisch verwandte Nahrungsmittel zu bekommen.

Medikamentöse Behandlung

Hyposensibilisierung

Leiden Sie unter einer schweren Pollenallergie, so kann eine Gewöhnungskur, die sogenannte "Hyposensibilisierungs-Therapie" hilfreich sein. Bei dieser Behandlung wird Ihnen über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren das Allergen in steigenden Dosen verabreicht. Bei Erfolg gewöhnt sich der Körper an das Allergen und die allergischen Beschwerden verschwinden. Der Nachteil der Methode besteht darin, dass während der gesamten Zeit der Hyposensibilisierung keinerlei antiallergische Medikamente eingenommen werden dürfen.

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