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Achtung, die Pollen sind in Anmarsch!

Jahr für Jahr erhöht sich die Anzahl deren, die sich über den Frühling und dem Blühen der Bäume und Stauden nicht mehr richtig freuen können. Die allergischen Symptome - Heuschnupfen, Jucken an den Augen, Tränenfluss, Luftnot - beeinträchtigen die Lebensqualität dieser Personen wesentlich. Gibt es eine Hilfe für diese Patienten? Kann die Volkskrankheit des 21. Jahrhundert ausgebremst werden?

Wie wird Allergie definiert?

Die überempfindlichen Reaktionen des Immunsystems auf Umweltstoffe wird Allergie genannt. Diese Stoffe werden als Allergene bezeichnet und können auf dreifache Weise mit dem Körper in Berührung kommen: Einatmung, Nahrungsaufnahme oder über Hautkontakt. In diesem Fall produziert der Körper einen speziellen Antikörper, den so genannten IgE. Die Antikörper binden sich an die Mastzellen, welche sich in großer Zahl im Körper befinden. Die Mastzellen setzen viele chemische Stoffe frei, unter anderem auch Histamin, welche eine zentrale Rolle beim Auslösen allergischen Reaktionen spielt. Im Frühling und im Sommer, wenn sich in der Luft die Pollen vermehren, erkranken viele Leute an Allergie. Die Krankheit kann jeden treffen, deren Ahnen bereits an Allergien litten. Es können auch Leute erkranken, die genetisch nicht vorbelastet sind.

Was sind die Symptome?

Niesreiz, Naselaufen, Juckreiz an den Augen, Tränenfluss, sowie in schwereren Fällen Luftnot mit Pfeifen, aus den Symptomen sich später Asthma entwickeln kann. Es kommt oft vor, dass man mit den sporadischen Symptomen nicht ernst genug umgeht und nicht zum Arzt geht. Kann dies eine Vernachlässigung der Krankheit bedeuten, die später die Symptome verschlimmern?

Auf jeden Fall sollte man sich der allergischen Symptome bewusst machen - empfehlen Allergologen. Auch, wenn sie am Anfang nicht unbedingt einer medizinischen Behandlung bedarf. Oft hilft es auch schon, wenn der Patient bereits herausfinden kann, auf welche Pollen sein Körper überempfindlich reagiert. Bei schwerem Atmen und Asthma wird regelmäßiges Schwimmen empfohlen. Dadurch wird eine spezielle Atemtechnik trainiert, welche die Atemmuskeln stärkt. Verschiedene Alternativtherapien können auch zu diesem Zeitraum sehr wirksam sein, wie z.B. eine Akupunktur, Lichttherapie oder ein Besuch in der Salzhöhle. Die Behandlung milder Symptome ist auch deswegen zu empfehlen, weil die allergischen Reaktionen auf den Schleimhäuten und den Bronchien irreversible Schäden verursachen. So lange die Symptome nicht unangenehm sind, suchen die Patienten häufig keinen Arzt auf. Die Erfahrung zeigt aber, dass die allergischen Reaktionen auch in den scheinbar symptomfreien Zeitraum unbemerkbar immer mehr Organe - Lunge, Haut oder Verdauungsorgane - angreifen.

Wann fängt die Allergie an?

Das erste Zeichen kann eine Kuhmilchallergie im Säuglingsalter sein - behaupten die Allergologen. Vor allem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, wenn die Babys in ihren ersten sechs Monaten auf ein fremdes Eiweiß treffen. In diesem Alter ist ihr Immunsystem noch nicht stabil genug, es treten leichter allergische Reaktionen auf. Dieser Typ von Allergie kann auf eine spätere andere Allergie der Luftwege oder Hautallergie hinweisen, welche erst in einem späteren Lebensalter auftritt. Kleinkinder erkranken häufiger an Asthma als Erwachsene. Hierbei spielen auch Virusinfektionen eine Rolle. Dagegen haben Kinder eine Chance, dass die Krankheit mit der Zeit verschwindet. Vor ein paar Jahrzehnten, als die Allergie noch nicht so im Bewusstsein präsent war, kam es vor, dass eine Allergie der Luftwege nicht erkannt wurde. Heutzutage können Symptome, die über mehrere Wochen anhalten wie zum Beispiel Naselaufen, Atmung durch den Mund wegen der verstopften Nase, Husten, oder aber auch eine unerklärliche Müdigkeit des Kindes ein Hinweis auf die Krankheit sein. In diesem Fall sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden, welcher in der Regel auch gleich einen Allergietest durchführen wird. Er wird feststellen, ob es sich um eine Pollen-, Hausstaub- oder Tierhaarallergie handelt. Der nächste große "Allergieanfall" ist nach dem Teenageralter zu erwarten, aber bis zum Alter von dreißig oder vierzig Jahren können praktisch alle jungen Erwachsenen von der Krankheit, vor allem von Heuschnupfen betroffen sein. Die Symptome werden in der Regel durch körperliche Anstrengung, Sport, einer starken Pollensaison oder einer länger anhaltenden Stressphase ausgelöst.

Welche psychischen Gründe stehen möglicherweise hinter der Allergie?

Die Wissenschaftler neigen immer mehr zu der Annahme, dass neben der genetischen Veranlagung und der Umweltbelastung auch der psychische Zustand der Personen eine wichtige Rolle spielen kann - dies behaupten insbesondere Familientherapeuten. Es ist zu beobachten, dass vor dem allerersten Auftreten der Symptome fast immer ein gravierendes Ereignis im Leben des Patienten passierte. Es kann zum Beispiel ein Verlust eines nähen Verwandten, ein anderer unerwarteter Bruch, ein Problem am Arbeitsplatz oder Partnerschaftsprobleme sein, mit welchen gleichzeitig auch eine länger anhaltende psychische Belastung verbunden ist. Wenn die Betroffenen das Gefühl haben, sie könnten diese Situation nicht meistern, werden sie erschöpft und anfälliger für Krankheiten. Wenn Kinder sich den Erwartungen der Eltern oder der Gesellschaft, z.B. in Kindergarten, Schule, Verein, Musik- oder Sportunterricht nicht gewachsen fühlen, wirkt sich der Stress aus. Die Kinder wenden sich an ihre Eltern, die sie aber auch nicht immer von der Angst befreien können, weil sie auf das Problem nicht zu sprechen sind oder selber Angst vor Problemen oder dem Leistungsdruck haben. So kann sich bei den Kindern auch eine Störung entwickeln.

Das Kind zeigt seiner Umwelt, dass es sich nicht wohl fühlt und schreit nach Hilfe: Bitte heilt mich! Genau dasselbe machen Erwachsene, die immer Konflikte meiden wollen. Man würde denken, dass diese bereits ihre Probleme selber lösen könnte, stattdessen versuchen sie die Verantwortung weiterreichen und warten auf Hilfe von Außen. Die Symptome werden zwar geheilt, die Psyche aber nicht, obwohl die Ursache des Problems in der Psyche zu finden ist. Neben einer medikamentösen Behandlung ist es immer empfehlenswert die Hilfe eines Psychologen in Anspruch zu nehmen. Das beste Ergebnis kann natürlich dann erreicht werden, wenn der Patient selbst auch mit dem Psychologen zusammen arbeitet um die psychische Ursache der Krankheit zu finden. Es ist charakteristisch für Allergiker, dass sie Konfliktscheu sind, auch wenn die Probleme leicht zu lösen wären. Um die psychische Immunität zu erlangen muss man aber diese Erfahrung gemacht haben. Daher kann es nicht schaden, wenn man ein paar Entspannungstherapie-Techniken erlernt, mit denen die Stresssituationen unter Kontrolle zu halten sind.

Auf was muss man in der Zeit mit der hohen Pollendichte achten?

Ist die Allergie heilbar?

Nach dem jetzigen Stand der Medizin ist die Allergie nicht heilbar, aber die Symptome können gut behandelt werden. Die Medikamente lindern die Symptome ohne schwere Nebenwirkungen. Heuschnupfen wird in erster Linie mit oralen Antihistaminika behandelt, welche die Wirkung der für die meisten allergischen Symptomen verursachenden Histamin kompensieren und die Mastzellen stabilisieren.

Außerdem werden Heuschnupfen mit Nasensprays (mit Steroiden) und mit Augentropfen bekämpft. In der Behandlung von Asthma sind die inhalativen Steroide am wirksamsten, welche die Atemwegsentzündungen hemmen. Diese werden in manchen Fällen mit Bronchien erweiternden Medikamenten (Bronchodilatatoren) kombiniert, welche den Krampf der Atemmuskeln lösen und so damit leichter Luft in die Lunge einströmen kann. Außerdem gibt es noch die oben erwähnten alternativen Heilmethoden, mit welchen individuell unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden können. Jede Behandlungsmethode ist willkommen, welche dem Patienten hilft seine Lebensqualität und Leistungsfähigkeit zu steigern.

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